
Besser schlafen: Dein Ratgeber für erholsamen Schlaf
Schlaflose Nächte und Einschlafprobleme können oft durch die richtige Schlafumgebung verbessert werden. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Schlafqualität nachhaltig verbessern – von der idealen Schlafumgebung bis zum perfekt auf Sie abgestimmten Bettsystem.
Das Wichtigste in Kürze
Die optimale Schlafumgebung kann besseren Schlaf fördern: 18°C, dunkel, ruhig.
Kaltschaummatratzen können für verschiedene Schlafpositionen und Allergiker eine geeignete Option sein.
Ein individuell auf Sie abgestimmtes Bettsystem sorgt für ein perfektes Liegegefühl.
Achten Sie auf die richtige Hygiene: Bettwäsche alle 1-2 Wochen bei 60°C waschen, Matratze alle 8-10 Jahre wechseln.
Vermeiden Sie Störfaktoren wie Koffein ab 16 Uhr, Alkohol und Mittagsschlaf bei Einschlafproblemen.
Warum ist guter Schlaf so wichtig?
Schlaf ist die wichtigste Regenerationsphase für Körper und Geist. Während wir schlafen, laufen viele wichtige Prozesse ab – vom Gedächtnis bis zur allgemeinen Erholung. Schlafmangel kann sich unter anderem negativ auf die Konzentration und Leistung sowie das Wohlbefinden auswirken. Guter Schlaf hingegen kann sich auf viele Bereiche des Lebens positiv auswirken und die Gedächtnisleistung und Kreativität fördern.
Schlafphasen und Erholung
Das Schlafbedürfnis eines gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 80 Jahren variiert zwischen 6,5 und 8 Stunden. Dabei gilt: Je älter, desto weniger Schlaf braucht der Körper. Das sind aber nur Durchschnittswerte. Der Mensch braucht in seinem Leben je nach Lebensphase und Lebenssituation unterschiedlich viele Stunden nächtliche Erholung. Unser Schlaf durchläuft verschiedene Phasen, die alle wichtig für die optimale Erholung sind:
Schlafphase | Dauer | Funktion | Besonderheiten |
Einschlafphase | 5-10 Minuten | Übergang zur Ruhe | Entspannung von Körper und Geist |
REM-Schlaf (Traumschlaf) | 20-25 % der Nacht | Geistige Erholung | Intensive Träume, Gedächtnisbildung |
Leichtschlaf | 45-55 % der Nacht | Stabilisierung | Körpertemperatur sinkt |
Tiefschlaf | 15-25 % der Nacht | Körperliche Erholung | Immunsystem wird gestärkt, Wachstumshormone aktiv |
Ihr Schlafrhythmus: Ein vollständiger Schlafzyklus dauert etwa 90-120 Minuten. Pro Nacht durchlaufen Sie 4-6 solcher Zyklen. Regelmäßige Schlafzeiten unterstützen Ihren natürlichen Biorhythmus und fördern die Melatonin-Produktion.
Die optimale Schlafumgebung schaffen
Wer unter Einschlafstörungen leidet oder sich nachts öfter rumwälzt, der sollte einen Blick auf seine Schlafumgebung werfen. Oft können mit einfachen Tricks schlaflose und unruhige Nächte vermieden werden. Die drei Säulen der idealen Schlafumgebung sind:
Raumtemperatur und Belüftung: Die optimale Schlaftemperatur liegt bei rund 18 Grad. Lüften Sie vor dem Schlafen 10-15 Minuten das Schlafzimmer durch und achten Sie auf eine Luftfeuchtigkeit von 40-60 %. Vermeiden Sie Heizungsluft direkt am Bett.
Licht und Dunkelheit: Um die Melatonin-Produktion nicht zu stören, sollten Sie störende Lichtquellen meiden. Nutzen Sie Verdunkelungsvorhänge, entfernen Sie LED-Anzeigen und dimmen Sie das Licht bereits 1-2 Stunden vor dem Schlafen.
Ruhe und Lärmschutz: Selbst im Schlaf nimmt das Gehirn Geräusche wahr. Schaffen Sie eine möglichst geräuscharme Umgebung oder nutzen Sie bei Bedarf Ohrstöpsel oder White-Noise-Geräte.
Die richtige Schlafausstattung
Die Wahl der richtigen Schlafausstattung ist entscheidend für erholsamen Schlaf. Da Sie etwa ein Drittel Ihres Lebens im Bett verbringen, lohnt sich die Investition in hochwertige Matratzen und Bettwaren. Eine auf Sie abgestimmte Schlafausstattung kann den Unterschied zwischen unruhigen Nächten und tiefem, erholsamen Schlaf machen. Dabei geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um ein angenehmes Liegeempfinden.
Die richtige Matratze finden
Die Matratze ist das Herzstück Ihres Schlafplatzes. Sie sollten Ihrem Körper ein komfortables, erholsames Liegegefühl geben und gleichzeitig für ein angenehmes Schlafklima sorgen. Von Kaltschaummatratzen bis Latexmatratzen gibt es dabei viele verschiedene Matratzentypen, aus denen Sie wählen können.
Bettwaren für den optimalen Komfort
Das richtige Kopfkissen beeinflusst, wie angenehm das Liegen im Nackenbereich empfunden wird. Seitenschläfer benötigen höhere Kissen, Rückenschläfer mittelhohe und Bauchschläfer flache oder gar keine Kissen.
Die passende Bettdecke reguliert Ihre Körpertemperatur. Wählen Sie das Material nach Ihrem Wärmeempfinden und der Jahreszeit. Bettdecken mit besonderen Fasern wie TENCEL™ Lyocell und Baumwolle bieten eine besonders gute Temperaturregulierung.
Lattenrost
Ein hochwertiger Lattenrost unterstützt die Matratze, sorgt für Belüftung und kann in verschiedenen Zonen unterschiedliche Härten bieten. Achten Sie darauf, dass der Lattenrost im Schulterbereich nachgibt und im Lenden- und Hüftbereich eine fester ausgelegte Zone bietet. Wer beispielsweise einen recht leichten Schlaf hat, sollte außerdem darauf achten, dass der Lattenrost eine stabile, geräuschfreie Konstruktion ist.
Schlafpositionen und die richtige Betteinstellung
Für eine optimale Schlafqualität und erholsame Nächte ist die richtige Abstimmung von Matratze und Kissen auf Ihre bevorzugte Schlafposition entscheidend.

Seitenschläfer
Etwa 60 % aller Menschen sind Seitenschläfer. In dieser Position entstehen die größten Druckpunkte an Schulter und Hüfte. Eine Kaltschaummatratze ist für diese Schlafposition eine sehr gute Wahl.
Die richtige Betteinstellung:
Die Matratze muss an Schulter und Hüfte nachgeben, damit die Schlafposition als angenehm empfunden wird.
Ein höheres Kopfkissen hilft, den Raum zwischen Schulter und Kopf auszufüllen.
Um die Hüfte zu entlasten und in der Seitenschläfer-Position gemütlicher zu liegen, hilft ein zusätzliches Kissen zwischen den Knien.

Rückenschläfer
Diese Schlafposition gilt als besonders rückenschonend, da das Körpergewicht gleichmäßig verteilt wird. Die richtige Matratze bei Rückenlage sollte eine mittlere Festigkeit aufweisen.
Die richtige Betteinstellung:
Die Matratze soll einen mittleren Härtegrad haben; für ein gleichmäßiges Liegeempfinden im Rückenbereich.
Wählen Sie ein Kopfkissen in mittlerer Höhe, um das Liegegefühl im Nackenbereich zu verbessern
Stellen Sie den Lattenrost so ein, dass sich die Liegeposition angenehm anfühlt und das Becken nicht durchhängt.

Bauchschläfer
Nur ein sehr geringer Anteil schläft bevorzugt auf dem Bauch. Besonders in dieser Schlafposition merkt der Körper sofort, wenn das Liegegefühl nicht richtig ist. Eine Kaltschaummatratze ist die beste Wahl für Bauchschläfer.
Die richtige Betteinstellung:
Ein sehr flaches Kopfkissen oder gar keines sorgt für ein angenehmes Liegegefühl
Die Matratze sollte im Bauchbereich gut stützen und ein zu tiefes Einsinken des Beckens verhindern.
Tipps für einen besseren Schlaf
Neben der richtigen Schlafausstattung spielen Ihre täglichen Gewohnheiten eine entscheidende Rolle für einen erholsamen Schlaf. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung zeigen. Verzichten Sie bei Einschlafproblemen beispielsweise auf den Mittagsschlaf und machen Sie stattdessen bewusste Entspannungspausen ohne zu schlafen. Achten Sie auf Ihren natürlichen Biorhythmus und gehen Sie zu Bett, wenn Sie wirklich müde sind – nicht nur, weil es Zeit dafür ist.
Was fördert den Schlaf?
Kräutertees: Baldrian, Lavendel oder Melisse entspannen natürlich. Die letzte große Mahlzeit sollten Sie 4 Stunden vor dem Schlaf einnehmen.
Bewegung: Sport fördert den Schlaf, aber nicht am späten Abend. Ein entspannter Abendspaziergang ist ideal.
Abendroutine: Warmes Bad, Meditation oder Atemübungen sind nützliche Einschlafrituale, die beim Abschalten helfen. Feste Zeiten trainieren den Körper.
Biorhythmus: Bei Einschlafproblemen sollten Sie den Mittagsschlaf weglassen und dafür bewusste Entspannungspausen machen, um zur Ruhe zu kommen.
Was stört den Schlaf?
Koffein: Ab 16 Uhr keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Schwarztee, Cola). Die Wirkung hält bis zu 8 Stunden an.
Alkohol: Macht zwar müde, verkürzt aber die Tiefschlafphasen und führt zu häufigerem Aufwachen.
Wachmacher: Aufregende Filme, intensive Gespräche oder Smartphone-Licht vor dem Schlafen vermeiden.
Natürliche Einschlafhilfen
Bewährte Alpenkräuter wie Zirbe, Lavendel oder spezielle Kräutermischungen werden traditionell mit beruhigenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Kombiniert mit Entspannungstechniken wie Fantasiereisen, Meditation oder bewusstem Atmen schaffen Sie auf natürliche Weise die idealen Voraussetzungen für erholsamen Schlaf. Ein kurzes Lüften vor dem Schlafen sorgt zudem zusätzlich für frische, sauerstoffreiche Luft.
Betthygiene
Gute Betthygiene beginnt mit regelmäßiger Pflege Ihrer Bettwaren. Wechseln Sie Ihre Bettwäsche alle 1-2 Wochen und waschen Sie sie bei mindestens 60°C, um Bakterien und Milben effektiv zu entfernen. Zusätzlich sollten Sie Ihre Matratze regelmäßig gut durchlüften lassen, damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt. Planen Sie außerdem einen Matratzenwechsel nach 8-10 Jahren ein, da das Material mit der Zeit an Formstabilität verliert und dadurch das Liegegefühl verändert.
Fazit
Erholsamer Schlaf ist kein Luxus, sondern eine Investition in Ihre Gesundheit und Lebensqualität. Die Kombination aus optimaler Schlafumgebung, individuell angepasster Schlafausstattung und gesunder Schlafhygiene kann Ihre Nächte nachhaltig verbessern.
Die wichtigsten Schritte zu besserem Schlaf:
Schaffen Sie eine kühle, dunkle und ruhige Schlafumgebung
Investieren Sie in eine hochwertige, auf Sie abgestimmte Matratze
Entwickeln Sie regelmäßige Schlafzeiten und entspannende Abendrituale
Vermeiden Sie Schlafstörer wie Koffein und Alkohol am Abend
Nutzen Sie natürliche Einschlafhilfen und pflegen Sie gute Schlaf- und Betthygiene
Denken Sie daran: Jeder Mensch ist einzigartig. Was für andere funktioniert, muss nicht automatisch für Sie passen. Eine individuelle Schlafberatung kann Ihnen dabei helfen, Ihr persönlich optimales Schlafsystem zu finden.
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