Person liegt auf einer blauen Unterlage mit einem Kissen von Wenatex im Hintergrund.
Autor: Wenatex

Welche Matratze für Seitenschläfer?

Die Seitenlage ist die am weitesten verbreitete Schlafposition, stellt jedoch sehr spezifische Anforderungen an die Matratze, da Schulter und Hüfte punktgenau einsinken müssen. Eine unpassende Unterlage kann dazu führen, dass man sich nachts häufig umdreht oder morgens unausgeruht aufwacht. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine unzureichende Druckverteilung in der Seitenlage die Schlafqualität durch häufiges nächtliches Umdrehen massiv mindert 1. Daher ist es ratsam, die Matratze individuell auf die schlafende Person abzustimmen. Pauschale Empfehlungen durch eine Härtegradtabelle können oft unzureichend sein, da diese die persönliche Anatomie nicht berücksichtigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Individuelle Anpassung statt Tabelle: Starre Härtegrad-Vorgaben können ungeeignet sein, da sie Faktoren wie die Schulterbreite oft ignorieren.

  • Punktgenaue Druckentlastung: Eine weich gestaltete Zone im Schulterbereich ermöglicht ein tiefes Einsinken der breitesten Körperpartie, was eine möglichst neutrale Ausrichtung der Wirbelsäule unterstützen kann.

  • Kaltschaum als Favorit: Aufgrund der hohen Punktelastizität und Formstabilität gilt Kaltschaum als ideales Material für die Seitenlage.

  • Ganzheitliches Zusammenspiel: Für einen optimalen Liegekomfort sollten Matratze, Lattenrost und Kissen als harmonische Einheit fungieren.

Warum Seitenschläfer besondere Anforderungen an die Matratze haben

In der Seitenlage liegen Schulter, Hüfte und Becken im Fokus, da sie die breitesten Körperpartien darstellen und am tiefsten einsinken müssen. Das Problem bei einer unpassenden Matratze kann sein, dass sie entweder zu hart ist und Druckstellen verursachen kann oder zu weich ist und keine effektive Zoneneinteilung besitzt, wodurch die Wirbelsäule verkrümmen kann. Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass eine mangelnde Druckverteilung in der Seitenlage die Schlafqualität durch häufige Unterbrechungen beeinträchtigen kann 2.

Junge Frau mit lockigem Haar, die sich in eine Decke kuschelt und entspannt auf einem Bett liegt.

Welcher Härtegrad ist richtig?

Die Entscheidung, ob eine harte oder weiche Matratze für Seitenschläfer besser ist, hängt von individuellen Einflussfaktoren ab, die eine Pauschalierung erschweren können. Aspekte wie das Schulter-Hüft-Verhältnis, die Körpergröße und die tatsächliche Schulterbreite bestimmen den benötigten Liegekomfort. Da Härtegradtabellen nicht standardisiert sind, empfehlen wir meist einen mittleren Härtegrad als Basis für eine persönliche Abstimmung.

Die Schulterzone

Eine funktionale Matratze mit weicher Schulterzone gilt für die Seitenlage als vorteilhaft, damit die Schulterpartie druckfrei einsinken kann. Wenn die Schulter nicht tief genug einsinkt – idealerweise 4 bis 6 cm tiefer als der Beckenbereich, bei breiten Schultern sogar bis zu 8 cm – können Fehlhaltungen entstehen. Oft ist diese spezielle Entlastung bei Standardmatratzen zu klein konzipiert, sodass Personen mit unterschiedlicher Körpergröße eventuell nicht optimal in dem vorgesehenen Bereich liegen.

Welches Material eignet sich am besten für Seitenschläfer?

Bei der Wahl der Matratze spielt die Materialbeschaffenheit eine entscheidende Rolle, da nicht jeder Werkstoff die komplexen Druckpunkte der Seitenlage optimal abfangen kann. Während manche Materialien oft eine zu starre Liegezonen-Unterteilung aufweisen, passt sich moderne Schaumstoffe den Körperkonturen wesentlich flexibler an und bieten dadurch deutliche ergonomische Vorteile.

Kaltschaummatratzen für Seitenschläfer

Kaltschaum ist für viele Seitenschläfer:innen eine sehr geeignete Option, da er durch seine Struktur eine überlegene Anpassungsfähigkeit bietet.

  • Punktelastizität: Die Matratze gibt nur dort nach, wo tatsächlich Druck ausgeübt wird.

  • Hohe Rückstellkraft: Das Material findet sofort in seine Form zurück, was den Positionswechsel erleichtert.

  • Langlebigkeit & Klima: Durch die hohe Atmungsaktivität bleibt das Schlafklima angenehm und die Matratze über Jahre formstabil.

Raumgewicht und Qualität der Matratze

Das Raumgewicht (RG) ist das entscheidende Qualitätsmerkmal einer Kaltschaummatratze. Als Faustregel gilt: Sparen Sie nicht am Raumgewicht, um den nächsten Matratzenkauf nicht unnötig vorziehen zu müssen.

  • RG unter 35  kg/m³: Könnte zu schnellem Durchliegen führen

  • RG 40–50  kg/m³: Bietet eine gute Qualität, jedoch mit einer potenziell etwas geringeren Lebensdauer

  • RG ab 50 kg/m³: Kennzeichnet eine hochwertige Matratze mit langem Liegekomfort und hoher Stützkraft

Matratze für Seiten- und Rückenschläfer – geht das?

Da viele Menschen nachts zwischen der Seiten- und Rückenlage wechseln, sollte die Matratze beide Positionen unterstützen. Die Herausforderung liegt in den unterschiedlichen Anforderungen: Während das Schlafen auf der Seite eine weiche Schulterzone bedingt, benötigt das Rückenschlafen eine festere Stütze. Ein mittlerer Härtegrad könnte hier die beste Option sein, da er einen guten Kompromiss darstellt. Definieren Sie jedoch immer vor dem Kauf der Matratze Ihre Hauptposition, um die optimale Lösung zu finden.

Lattenrosteinstellungen für Seitenschläfer

Erst das Zusammenspiel von Matratze und Lattenrost ermöglicht den optimalen Liegekomfort. Eine falsche Einstellung im Schulterbereich des Lattenrostes könnte gegen die weiche Zone der Matratze wirken und dann den Effekt neutralisieren. Durch die richtige Justierung des Rostes wird die Stützfunktion der Matratze aktiv, sodass der Körper möglichst ausgewogen und neutral liegen kann.

Welches Kissen für Seitenschläfer?

Das Kissen dient als unterstützendes Element, um die Lücke zwischen Kopf und Schulter passend zu überbrücken. Ein unpassendes Seitenschläferkissen könnte die Wirkung der besten Matratze mindern, falls der Nacken dadurch abknickt. 

In der Schwangerschaft kann eine bequeme Lagerung mit zusätzlichem Kissen als angenehm empfunden werden.

Tipps für den Matratzenkauf

Achten Sie beim Kauf auf eine nachweisbare Liegezonen-Unterteilung, insbesondere im Schulterbereich, und ein Raumgewicht von mindestens 50. Testen Sie die Matratze nicht isoliert, sondern achten Sie auf das harmonische Zusammenspiel mit Ihrem Lattenrost. Da jeder Körperbau anders ist, sollten Sie eine Beratung bevorzugen, die individuelle Proportionen statt nur das Körpergewicht analysiert.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in der Seitenlage eine Matratze benötigt wird, die Schulter und Hüfte gezielt entlastet und gleichzeitig die Taille stützt. Eine pauschale Härtegrad-Empfehlung könnte oft am Bedarf vorbeigehen; erst die Berücksichtigung von Materialqualität, Raumgewicht und der gesamten Bettausstattung kann zu einem erholsameren Schlafgefühl beitragen. Nutzen Sie eine individuelle Beratung, um die für Sie perfekte Kombination zu finden.

FAQ

Quellen / Literaturverzeichnis

1: Sander, C., Olbrich, S., & Hegerl, U. (2010). Schlaf und Schlafstörungen: Epidemiologie, Physiologie und Diagnostik. Psychotherapie im Dialog, 11 (03), 202–207.
2: Wong, D., Wang, Y., Lin, J., Tan, Q., Chen, T., & Zhang, M. (2019). Sleeping mattress determinants and evaluation: A biomechanical review. Journal of Medical and Biological Engineering, 39, 647–662.


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