Was macht der Schlaf im Alter?

Was macht der Schlaf im Alter?

Mit zunehmendem Alter nimmt das Schlafbedürfnis ab – zugleich steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit vermehrter Schlafstörungen. Fast 50 Prozent der über 65-jährigen sind davon betroffen. Man spricht dann oft von “seniler Bettflucht”, die jedoch weder medizinisch begründbar noch Schicksal ist.

Im höheren Alter tickt die innere Uhr also anders. Der sogenannte zirkadiane Rhythmus, die vom Tag-Nacht-Wechsel beeinflusste Steuerung des Organismus läuft dann eben unterschiedlicher als beim jungen Menschen. Will heißen: Die innere Uhr schwächt sich ab, dadurch findet eine Verlagerung von der Nacht in Richtung Tag statt.
Statistisch gesehen sind bei einem Alter von 70 Jahren sieben bis acht Stunden Schlaf (wenn man also um 22 Uhr zu Bett geht und zwischen fünf und sechs Uhr aufsteht) vollkommen ausreichend. Auch ein Aufwachen um vier Uhr früh wäre aus schlafmedizinischer Sicht – und der Statistik folgend – noch durchaus in Ordnung.
Aber wie so oft im Leben: Die Natur hält sich nicht an statistische Vorgaben. Da kann es also durchaus sein, dass sich rund ums Frühstück schon wieder Schläfrigkeit und das Verlangen nach einem Napserl einstellen.

Schlafhygiene ist besonders wichtig

Im Allgemeinen hilft bei derartigen Problemen das Einhalten einer konsequenten, strukturierten Schlafhygiene – also möglichst immer zur selben Zeit ins Bett und zur selben Zeit Aufstehen, körperliche und soziale Aktivitäten betreiben und einfach befolgen, was eine Studie der Northwestern University of Medicine in Chicago aufgezeigt hat:
Frauen und Männer im Alter zwischen 67 und 86 Jahren, die unter teilweise jahrelangen Schlafstörungen litten, nahmen zwei Wochen lang an einem Programm teil, wobei 30 Minuten leichte gymnastische Übungen, 30 Minuten Soziales (wie z. B. Kartenspielen) und weitere 30 Minuten mittlere körperliche Aktivität (beispielsweise Nordic Walking, Radfahren oder Tanzen) gemacht wurden. Die Studienteilnehmer berichteten dann durchwegs über eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität. Die weiteren Messungen zeigten darüber hinaus innerhalb von nur 14 Tagen eine um sechs Prozent gebesserte Gedächtnisleistung!

Was kann der ältere Mensch also tun, um besseren Schlaf zu finden? Dazu vier Tipps:

  • Gehen sie nur zu Bett, wenn sie wirklich müde sind
  • Stehen sie, wie erwähnt, jeden Tag zur gleichen Zeit auf
  • Bleiben sie sich im Bett, wenn sie nicht schlafen
  • Versuchen sie, pro Tag nur für maximal 20 Minuten ein Napserl (Mittagschläfchen) zu halten. Mehrere Kurzschläfchen, zu denen der ältere Mensch neigt, „kabbern“ am Nachtschlaf, sodass am nächsten Tag erst recht wieder Schläfrigkeit auftritt. Ein Teufelskreis beginnt …

Sollte all das nicht hilfreich sein, dann gibt es noch einen Rat: besprechen sie sich mit ihrem Hausarzt, der sie an ein schlafmedizinisches Zentrum (Schlaflabor) überweisen wird. Dort kommt man dem anhaltenden Schlafproblem mit Sicherheit auf die Schliche.

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