HILFE FÜR WAISENHAUS IN KENIA – EINE WENATEX MITARBEITERIN BERICHTET ÜBER IHR SOZIALES ENGAGEMENT VOR ORT IN AFRIKA

HILFE FÜR WAISENHAUS IN KENIA – EINE WENATEX MITARBEITERIN BERICHTET ÜBER IHR SOZIALES ENGAGEMENT VOR ORT IN AFRIKA

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Soziales Engagement wird bei Wenatex nicht nur vom Unternehmen und der Eigentümerfamilie gelebt, sondern auch von den Mitarbeitern. Besonderen Einsatz zeigt derzeit eine langjährige Mitarbeiterin des Unternehmens, die für einige Zeit ehrenamtlich in einem Waisenhaus in Kenia mitarbeitet. In einem persönlichen Bericht erzählt die Wenatex Mitarbeiterin von Ihrer Arbeit vor Ort:

 

 

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Für mich war es schon lange ein Ziel, dass ich irgendwann mal in meinem Leben ein soziales Projekt in Afrika unterstützen möchte und dies konnte ich nun verwirklichen. Seit Anfang November 2013 bin ich jetzt hier in Kenia und arbeite ehrenamtlich in einem kleinen Waisenhaus mit. Die Kinder sind zwischen 8 und 18 Jahre alt und haben alle auf tragische Weise ihre Eltern verloren.

Julie & Moses Chege, zwei Kenianer die einige Zeit in den USA gelebt und studiert haben, gründeten 2005 eigenständig das Waisenhaus „Valley of Tumaini“ nahe Nakuru im Rift Valley. Ihr ursprünglicher Gedanke war es, ein paar Waisen aufzunehmen. Da es aber so viele Kinder hier in Kenia gibt, die auf den Straßen oder in den Slums leben müssen, sind es mittlerweile 21 junge Menschen, die sonst niemanden mehr haben in dieser Welt außer Ihren Geschwistern, die zum großen Teil auch hier leben. Das Haus, in dem sie wohnen, ist gemietet und es arbeitet und lebt hier eine Nanny mit ihrem kleinen Sohn, die sich mit ganzer Kraft tagtäglich um alle Kids kümmert.

Für Julie & Moses, die liebevoll von allen Mum & Dad genannt werden, war und ist es eine Selbstverständlichkeit ihren Mitmenschen zu helfen. Sie arbeiten sehr hart dafür, ihre 3 eigenen plus die 21 Tumaini Kids, wo es geht, zu unterstützen. Da bleibt für sie selber meist keine Zeit und meist kein Geld mehr übrig. Ich bewundere das Engagement der beiden sehr, denn wem fällt es schon leicht, auf seinen Standard und seinen Luxus zu verzichten, nur um es denen zu geben, die nichts haben in dieser doch so reichen Welt. Anfänglich hatte ich sehr viel Mitleid mit dem Schicksal dieser Kinder, aber mittlerweile weiß ich, in so einer Umgebung aufzuwachsen, kann zwar die Armut und die Liebe der verstorbenen Eltern nicht ersetzen, aber dafür gibt es eine große fürsorgliche und liebevolle Gemeinschaft, welche als Ersatz dient und zeitgleich auch die Vielseitigkeit und Toleranz eines jeden Kindes fördert. Einzig die immer wieder fehlenden Mittel verhindern noch eine unbeschwerte Kindheit und aussichtsreiche Zukunft.

Via Internetrecherche habe ich dieses Projekt „Valley of Tumaini“ gefunden und bin sehr herzlich in diese große Familie aufgenommen worden. Die Kinder waren anfangs ein wenig schüchtern und haben nur ganz leise mit mir gesprochen, mittlerweile bin ich ein Teil von ihnen und ich merke und spüre, wie sehr sie mich ins Herz geschlossen haben. Da ich weder eine Lehrerin, eine Ärztin oder dergleichen bin, habe ich lange mit mir gehadert, was ich denn überhaupt geben kann in so einem Projekt. Aber der Beitrag, den ich hier leisten kann, ist, meine Zeit mit Ihnen zu verbringen und für sie da zu sein, den interkulturellen Austausch damit zu fördern und ihnen zu zeigen, dass ihr Schicksal auch außerhalb Afrikas gesehen und wahrgenommen wird.

 

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Ich habe einen Koffer voller Spiele mitgebracht und nach und nach bringe ich diese Sachen mit … es ist immer wieder herzallerliebst, wie sehr sie sich darüber freuen. Einige Dinge kannten Sie noch gar nicht und ich liebe es, ihnen somit ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können. Ich verstehe nun auch alle Eltern die sagen, ein Lächeln ihres Kindes macht alles wieder gut. Das Schöne ist es auch, dass sie sich sogar über Kleinigkeiten so sehr freuen, wie z.B. über meinen alten tragbaren CD-Player. Es ist eine Wohltat diese Freude mitzuerleben, denn gerade in Österreich haben schon die kleinsten Kinder viel mehr, als sie tatsächlich brauchen würden und die Freude über ein Geschenk nimmt somit automatisch im Laufe der Jahre ab. Nur zum Vergleich: hier müssen die Tumaini Kinder sowie auch viele andere Kinder der Dorfbewohner das Wasser selber besorgen und schleppen es am Kopf nach Hause, da es leider im Waisenhaus und in den meisten Häusern hier im Ort keine funktionierenden Wasserleitungen gibt.

Die größte Problematik hier in Kenia ist aber, dass die Regierung die Kosten für die Schulbildung nicht übernimmt. Die Rate der nicht ausgebildeten Kinder und Erwachsenen ist dadurch leider sehr hoch. Aber wie man bekanntlich ja weiß, kann man nur durch Bildung einen besseren Job erhalten und somit aus der Armut herauskommen. Viele Eltern können sich die zum Teil sehr hohen Schulgebühren aber nicht leisten, da sie viel zu wenig verdienen und das wenige Geld für den täglichen Überlebenskampf brauchen. Dann kommt noch hinzu, dass alle Kinder eine eigene Schuluniform und Schulutensilien brauchen, die noch nicht mal inkludiert sind in den Gebühren. Anfangs wollte ich die Kinder auf viele Ausflüge in die schöne Natur Kenias mitnehmen, um sie ein wenig von ihrem Schicksal abzulenken, aber seit ich hier vor Ort bin weiß ich, dass es viel, viel wichtiger ist, sie mit den Schulgebühren und Lebensmitteln zu unterstützen. Durch Spenden meiner Freunde, Bekannten und ein paar Wenatex Kollegen konnte ich mal das erste Semester (von drei in einem Jahr) für die Tumaini Kinder bezahlen und das ist wohl das Nachhaltigste und Wichtigste, was wir hier machen können. Auch wenn sie genauso wenig gerne wie die europäischen Kinder zur Schule gehen, versuche ich es ihnen bewusst zu machen, wie wichtig die Bildung für ihre eigene Zukunft und somit auch für die Zukunft Kenias ist.

 

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Da ich auch seit Jahren schon die Salzburger Organisation „Panairobi – ein Verein für Straßenkinder in Nairobi“ unterstütze und seit ich nun hier in Kenia bin auch das Office, die MitarbeiterInnen und die Kids und Jugendlichen persönlich kennen lernen konnte sowie den Mathare Slum gesehen habe, entschied ich, auch hier einen zusätzlichen Beitrag abzugeben. Denn seit Jahren schon versprechen sie den Jungs und Mädchen einen Ausflug irgendwohin in die Natur, können es sich aber leider dann doch nie leisten. Aber die Kids fragen immer wieder danach und würden es sich so sehr wünschen. Also habe ich das ganze kurzerhand finanziert. Endlich konnten sie/wir den Kids diesen Traum erfüllen!!

Wir waren also gemeinsam mit ca. 30 Panairobi Kids- und Jugendlichen wandern am Mt. Longonot einem Vulkan im wunderschönen Rift Valley! Zum Abschluss im Bus am Weg retour nach Nairobi, hat dann einer der Jungs das Wort an mich gerichtet und sich im Namen aller sehr herzlich und rührend bei mir bedankt, dass ich sie generell so unterstütze und ihnen auch noch diesen Ausflug ermöglicht habe! Wiederum bekomme ich Gänsehaut, wenn ich an die Worte und an den Applaus zurück denke! Die ganze Aktion war und ist umso ergreifender und wichtiger, denn die Gründer haben mir noch kurz davor über das ein oder andere sehr tragische Schicksal der Kids berichtet. Man sieht es ihnen nicht an, aber manche machen echt die Hölle durch in ihrem bisher so kurzen Leben! Zumindest einen ganzen Tag lang konnten wir sie davon ablenken und ihnen ein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern!

 

Da ich mir im Vorfeld sehr viele Gedanken über die Zeit hier in Afrika gemacht habe, ist auch meine erste eigene Homepage dadurch entstanden. Gerne lade ich jeden ein, der Interesse hat, mehr über mein Projekt zu erfahren, diese zu besuchen unter: www.sanyes.at

..und auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, jede Kleinigkeit zählt
und jede einzelne Kleinigkeit zusammen, ergibt eine Menge
und daraus kann etwas ganz Großes entstehen
und für irgendjemanden, kann das die Welt bedeuten…

Ich bin persönlich sehr glücklich darüber, dass ich den Mut und die Eigenmittel aufgebracht habe und mit allen „Wenn und Abers“ diesen Schritt gegangen bin und nun hier sein kann, um meinen kleinen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Ohne Wenatex hätte ich das aber so nicht verwirklichen können und das möchte ich noch mal besonders hervorheben und sage dafür: „Asante sana“, was auf kenianisch „Vielen Dank“ heißt!

Mehr über dieses Projekt finden Sie auf www.sanyes.at