So leben unsere Kinder: Zuviel Computer, zu wenig Schlaf!

So leben unsere Kinder: Zuviel Computer, zu wenig Schlaf!

Wir schreiben in Österreich zurzeit mehr als 8,2 Milliarden (!) SMS pro Jahr – und haben dabei ganz offensichtlich das Miteinanderreden verlernt. Psychiater haben festgestellt: Kinder und Jugendliche entwickeln Angstgefühle, wenn sie über ein, zwei Stunden keine Mail erhalten. Das „Koma-SMSen“ – dutzende Kurzmitteilungen werden in kürzester Zeit geschrieben – nimmt immer mehr zu. Und jeder dritte Mitarbeiter in unseren Betrieben fühlt sich durch die Mail-Flut erheblich gestört. Als Folge nehmen Stress, Unzufriedenheit und psychische Belastungen zu.

Sind wir dabei, mit Vollgas an die Wand zu fahren? Raubt uns die elektronische Hektik Lebensqualität und Schlaf? Tatsächlich: Schon 23 Prozent der Schulkinder leiden unter Schlafstörungen. Von wegen Computer, Spielekonsole und Handy. Drei Viertel dieser Kinder sind am nächsten Tag in der Schule unruhig, unkonzentriert, überaktiv oder haben Wutanfälle. Tendenz stark steigend.

Der Schlafmangel wirkt sich beim Nachwuchs, der noch bis zu zwölf Stunden im Bett verbringen sollte, also besonders fatal aus. Laut jüngsten Umfragen wird Schlafmangel und Verschlafen als Hauptgrund (61 Prozent) für das Schule schwänzen angegeben. Wäre vermutlich nicht ganz so schlimm, wenn es dabei nicht auch gleichzeitig zu wesentlichen Veränderungen der Psyche käme.

Umfangreiche Studien haben z. B. gezeigt, dass Depressionen bei Jugendlichen in letzter Zeit deutlich zunehmen. Schon sieben Prozent der 12 – 18jährigen sind betroffen; 13 Prozent haben regelmäßig Selbstmordideen. Dabei spielt die Schlafdauer eine entscheidende Rolle. Wer um 24 Uhr statt um 22 Uhr zu Bett geht, hat eine um 24 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Depressionen. Suizidgedanken nehmen um 20 Prozent zu. Und bei nur fünf Stunden Schlaf pro Nacht kommt es sogar zu einem massiven Anstieg der Depressionen (+ 71 %) bzw. Selbstmordideen (+ 48 %).

Extrem alarmierende Fakten also, die indessen nicht nur den Nachwuchs betreffen. Schon jeder zweite Mitarbeiter steht unter so starkem Stress, dass es regelmäßig zu nächtlichem Erwachen mit Grübeln und Gedankenkreisen kommt.
Etwa 40 Prozent aus dem mittleren Management leiden an der so genannten „Sonntag-Nacht“. Sie können also von Sonntag auf Montag nicht mehr durchschlafen, wälzen sich ruhelos im Bett hin und her und die Gedanken kreisen rund um Beruf, Projekte, Besprechung, Termin. Die Folge: Zu wenig Schlaf, starke Tagesmüdigkeit und ein erheblicher Verlust der Leistungsfähigkeit.

Insgesamt leidet schon jeder dritte Österreicher an Schlafstörungen. Wobei die Prognosen hochdramatisch sind: In den USA, beispielsweise, vermissen bereits 75 Prozent der arbeitenden Bevölkerung den regelmäßigen, erholsamen Schlaf …
Computer, globale Vernetzung, die ständige Erreichbarkeit können mehr Schaden anrichten, als wir glauben wollen.

Einige Fakten:

  • Jeder zweite Jugendliche lernt seine Liebe nur mehr über das Internet kennen.
  • 120.000 Österreicher sind bereits internetsüchtig.
  • 20 Prozent der Jugendlichen sind Opfer von Cyber-Mobbing.
  • Die Familie wird durch die globale Vernetzung als vermeintlicher Problemlöser abgelöst, denn
  • im Durchschnitt redet man in der Familie gerade noch 17 Minuten pro Tag miteinander.

Umdenken tut Not. Niemand ist so blauäugig, zu glauben, dass wir ohne Computertechnik auskommen könnten. Doch es ist wie mit einer Arznei: Die Dosis macht die Wirkung aus.
(Rück)Besinnung auf das Zwischenmenschlich, auf das Miteinander ist nötiger denn je.
Sonst droht die vollständige (elektronische) Isolierung.

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