Schlafmythen: Was ist dran?
Häufige Irrtümer über Schlaflosigkeit – Teil 2

Zum Thema Schlaf kursieren jede Menge Mythen und Irrtümer. Über einige davon habe ich bereits in einem früheren Artikel geschrieben, denn nicht alles, was man über den Schlaf zu wissen glaubt, ist auch tatsächlich wahr.

Weitere Mythen und Irrtümer über unseren Schlaf:

Mythos 6: Vom Schlaf kann es nicht genug geben

Falsch.
Ein Mythos, der sich besonders hartnäckig hält: Es kann gar nicht genug Schlaf geben. Doch Schlaf ist kein Allheilmittel, zu viel davon ist auf Dauer genauso ungünstig wie zu wenig. Studien in den USA haben gezeigt, dass sich zu viel Schlaf negativ auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt und sogar zu depressiven Verstimmungen und Verspannungen im Rückenbereich führen kann. Daher auch hier der gute Rat: Auf die Signale des Körpers achten, er steuert uns ganz gezielt durch den Tag/Nacht-Rhythmus.

Mythos 7: Der Schlaf muss überwacht werden

Nein.
Die moderne Zeit bringt’s mit sich und viele laufen damit schon durchs Leben: Die Schlaftracker am Handgelenk. Sie sollen den Schlaf messen, analysieren und bewerten. Sinnvoll oder Spielerei? Diese Geräte sind nicht wirklich präzise, sie geben nur Durchschnittswerte wider und haben geringe Aussagekraft. Auch ohne Elektronik wissen wir, ob wir ausgeschlafen sind oder nicht. Und wer es aus diagnostischen Gründen ganz präzise wissen will: Ein Schlaflabor (Polysomnografie) schafft wirklich Klarheit.

Mythos 8: Schlafdefizit kann am Wochenende ausgeglichen werden

Nein.
Unter der Woche nur kurz ins Bett, dafür am Wochenende laaaaanges Schlafen? Sorry, geht nicht! Schlaf hat einen festen Rhythmus, des es einzuhalten gilt. Denn der erholsamste Schlaf ist immer noch der Tiefschlaf. Beim übertriebenen Schlaf kommt es zu langen dösigen Phasen, zum Schluss ist man sogar noch mehr erschöpft.

Mythos 9: Nächtliches Erwachen ist bedenklich

Falsch.
Kein Mensch schläft am Stück durch. Etwa zehn kurze Aufwachphasen sind pro Nacht völlig normal und zumeist wird das nicht einmal bemerkt. Nur wenn die Wachphasen länger andauern bedarf es ärztlicher Hilfe. Und da gilt: Wer über vier Wochen mindestens dreimal pro Woche nach dem Zubettgehen 30 Minuten lang nicht einschlafen kann, oder wer nach nächtlichem Erwachen für eine halbe Stunde wach liegt, dürfte tatsächlich eine Schlafstörung im engeren Sinn haben.

Mythos 10: Bester Schlaf vor Mitternacht?

Jein.
Schon unsere Vorfahren glaubten es zu wissen: Den erholsamsten, besten Schlaf hat man vor Mitternacht. Nun, seit Einführung der Messverfahren in den Schlaflabors ist tatsächlich der Nachweis gelungen, dass die Volksmeinung nicht so Unrecht hatte. Es lässt sich zwar nicht behaupten, dass der Schlaf vor Mitternacht gesünder ist, doch beherrschen die Tiefschlafstadien gleich nach dem Zubettgehen das Schlafprofil. Weil dies im Allgemeinen noch vor Mitternacht geschieht, gönnt sich der Körper damit die größte Erholung. Entscheidend ist, dass die Ruhe in den ersten eineinhalb Stunden des Schlafes auch störungsfrei genossen wird, da man nur so wirklich in den Tiefschlaf „abtauchen“ kann.

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