Das Mittagsschläfchen: Gesund und kostensparend

Das Mittagsschläfchen: Gesund und kostensparend

Verpönt, belächelt, geliebt: Der Mittagsschlaf hat es nicht leicht. Während er in China sogar über die Verfassung abgesichert ist, getraut sich der Österreicher oft nicht einmal darüber zu reden. Doch die Wissenschaft beweist: Wer den Mut zur Pause hat, wer tagsüber sein 20-minütiges Schläfchen pflegt, der ist weitaus leistungsfähiger und zufriedener am Arbeitsplatz.

Schläfrigkeit am Arbeitsplatz ist zweifellos ein Faktor, der erhebliche Kosten verursacht. Legt man internationale Untersuchungen auf Österreich um, so sind es etwa vier Milliarden € pro Jahr, die auf Grund von Müdigkeit verloren gehen. Weltweit schätzt man die Verluste auf etwa 400 Milliarden € ein. Diese Summe errechnet sich aus Produktivitätsverminderung und erhöhter Unfallrate.

Im Fernen Osten – aber auch in den USA – erlebt die regelmäßige Ruhepause in der Arbeitswelt, eben das Mittagsschläfchen, deshalb eine Renaissance – jetzt freilich unter dem moderneren Namen „power napping“. Dieser Nap findet offiziell am Arbeitsplatz statt und kann die Leistungskurven der Mitarbeiter wesentlich verbessern.

Diese Leistungssteigerung kann einerseits auf die verbesserte Sauerstoffversorgung des Organismus während des kurzen Mittagsschlafs zurückzuführen sein, sie ist aber – andererseits – auch damit zu erklären, dass der Körper im Laufe von 24 Stunden zwei Leistungstiefs hat – wobei das Tagestief schwächer ausgeprägt ist als das nächtliche. Zwar muss über Mittag nicht zwingend geschlafen werden, eine Ruhepause entspricht allerdings der biologischen Grundausstattung des Menschen.

Auf den ersten Blick verträgt sich jedoch ein „power nap“ mit dem zunehmenden Arbeitstempo, einer vorgegebenen Fahrtroute unter Zeitdruck oder ganz allgemein mit der „beschleunigten Gesellschaft“ mehr schlecht als recht. Anderseits unterstreichen verschiedene Studien einen günstigen Einfluss des Mittagsschlafs: Auf die – mit der wachsenden Technisierung der Arbeitswelt einhergehenden – psychischen Belastungen, aber auch auf das oft als unerträglich empfundene gesteigerte Tempo und auf die Zunahme der Reizzufuhr.

Der „Mut zur Pause“ hilft also beiden – Arbeitnehmern genauso wie Arbeitgebern. Eine regelrechte win-win-Situatio, denn 50 Prozent der Mitarbeiter in Betrieben schlafen in monotonen Situationen zumindest kurz ein und 60 Prozent haben aufgrund von Schläfrigkeit mehr oder minder große Erinnerungslücken.
Einige Gründe mehr, sich die kurze (Schlaf-)Pause zu gönnen …

Keine Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.